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12.03.2012
Kategorie: technotrans, 2012, Investor Relations

Aktivitäten im Lasermarkt treiben das Wachstum von technotrans

Umsatz wuchs 2011 um 13,2 Prozent / EBIT stieg um 57,7% auf 4,8 Mio. € / Ausblick: Erwartung für erstes Halbjahr 2012 zunächst verhalten / Umsatz außerhalb der Druckindustrie soll zügig auf 30% ausgebaut werden / Kooperation mit KLH vergrößert die Präsenz im Lasermarkt


Die technotrans-Unternehmensgruppe ist im Geschäftsjahr 2011 auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Der Umsatz stieg um 13,2 Prozent auf 97,3 Millionen € (Vorjahr 85,9 Millionen €). Maßgeblich zu diesem Anstieg beigetragen hat das jüngste Unternehmen in der technotrans-Gruppe, die Termotek AG als Spezialanbieter von Kühlungen für Laser, die im Januar 2011 übernommen wurde. Auch die im ersten Halbjahr 2011 anhaltende moderate Erholung in der Druckindustrie hat zu der guten Entwicklung beigetragen, der Effekt wurde allerdings durch die ungünstigen Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr fast aufgehoben.

Auch die Ertragslage im Konzern hat sich 2011 erfreulich entwickelt. So wurde im dritten Quartal erstmals wieder eine EBIT-Marge von 7,5 Prozent erzielt, das beste Ergebnis seit Anfang 2008. Die Folgen der Insolvenz der manroland AG, des zweitgrößten Kunden, haben hingegen tiefe Spuren im Ergebnis des vierten Quartals hinterlassen. Der Forderungsbestand der technotrans-Unternehmensgruppe gegenüber der manroland AG belief sich zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages auf netto rund 1,3 Millionen €, die EBIT-Marge für das Gesamtjahr erreichte damit nur 4,9 Prozent.

„Bereinigt um den Sondereffekt der notwendigen Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber der manroland AG hätte die Umsatzrendite bei 6,3 Prozent gelegen“, erläutert Henry Brickenkamp, Sprecher des Vorstandes der technotrans AG. „In Anbetracht des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes sind unsere Erwartungen zum operativen Geschäftsverlauf damit trotzdem annähernd eingetroffen.“

Der Konzernjahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2011 verdoppelte sich auf 3,0 Millionen € (Vorjahr 1,5 Millionen €). Das Ergebnis je im Umlauf befindliche Aktie beläuft sich somit auf 0,47 € (Vorjahr 0,24 €). Im Interesse des zukünftigen Unternehmenswachstums wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2011 keine Dividende auszuschütten.

Am 31.12.2011 waren im technotrans-Konzern 637 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 623).

Die Segmente

Das Segment Technology profitierte maßgeblich von der Übernahme der Termotek AG. Insgesamt erreichte der Segmentumsatz 61,7 Millionen € (Vorjahr 51,4 Millionen €), ein Wachstum um 20,0 Prozent. Die moderate Nachfragebelebung aus der Druckindustrie im ersten Halbjahr 2011 zeigte hier vorübergehend noch die geplanten Effekte, die nachlassende Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr aufgrund der ungünstigeren Rahmenbedingungen zehrte diese Erfolge jedoch nahezu vollständig wieder auf. Besonders in den letzten Monaten des Jahres war die Nachfrage nach Druckmaschinen und damit nach Produkten von technotrans stark rückläufig.

Das operative Ergebnis im Segment Technology hatte sich im Jahresverlauf wie geplant weiter verbessert, doch insbesondere die Sondereffekte im Zusammenhang mit der Insolvenz der manroland AG haben letztlich die Ertragslage deutlich negativ beeinflusst. Unter anderem aus diesem Grund erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) insgesamt nur -0,9 Millionen € (Vorjahr -2,6 Millionen €), nachdem nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 bereits erstmals wieder ein positives Segmentergebnis ausgewiesen worden war.

Das Segment Services setzte seinen behutsamen Wachstumskurs auch 2011 fort. Der Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf 35,6 Millionen € (Vorjahr 34,5 Millionen €). Einen großen Beitrag leistete hier auch die Tochtergesellschaft gds AG, die Dienstleistungen und Software im Bereich der Technischen Dokumentation erstellt. Das klassische Servicegeschäft blieb hingegen eher stabil.

Das Ergebnis im Segment Services verbesserte sich dagegen nochmals leicht gegenüber dem sehr guten Vorjahreswert, und zwar um 1,7 Prozent auf 5,7 Millionen € (Vorjahr 5,6 Millionen €). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 16,0 Prozent, im Vorjahr hatte sie 16,2 Prozent betragen. Zu dieser positiven Entwicklung hat auch die gds AG beigetragen.

Finanzlage

Ausgehend von einem Jahresüberschuss von 3,0 Millionen € (Vorjahr 1,5 Millionen €) erreichte der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Änderung des Nettoumlaufvermögens 8,1 Millionen € (Vorjahr 6,6 Millionen €). Die Nettozahlungsmittel aus betrieblicher Tätigkeit betrugen 5,9 Millionen € (Vorjahr 7,4 Millionen €). Dieser positive operative Cashflow reichte aus, um sowohl die Investitionen (1,3 Millionen €) als auch den Beteiligungserwerb der Termotek AG (1,0 Millionen €) finanziell zu decken. Der Free Cashflow erreichte 3,6 Millionen € (Vorjahr 6,3 Millionen €) und entwickelte sich damit für das Gesamtjahr erwartungsgemäß positiv.

Die liquiden Mittel blieben zum Jahresende mit 12,8 Millionen € (Vorjahr 13,1 Millionen €) konstant.

Die Nettoverschuldung des Konzerns, also die zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel, betrug zum Stichtag noch 4,9 Mio. €; das Gearing, also die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital, verbesserte sich auf 13,1% (Vorjahr 17,4%).

Neue Märkte

Seit einiger Zeit verfolgt technotrans eine Reihe viel versprechender Projekte, um die eigenen Kernkompetenzen in weiteren Anwendungsbereichen zum Einsatz zu bringen. Ziel ist es, spätestens in drei Jahren 30 Prozent der Umsätze außerhalb der Druckindustrie zu erwirtschaftet. Mit der Übernahme der Termotek AG zu Beginn des Jahres 2011 wurde der interessante Wachstumsmarkt im Bereich der Laseranwendungen erschlossen.

Ergänzend haben jetzt die technotrans-Unternehmensgruppe und die KLH Kältetechnik GmbH eine Kooperation vereinbart. Die KLH Kältetechnik, ein Unternehmen der Selck-Gruppe mit Sitz in Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern), hat sich auf universelle Kühlsysteme von 5kW bis 300kW sowie energiebewusste Industriekühlung und Anlagenbau bis 1MW spezialisiert. Zu den Kunden von KLH gehören namhafte Hersteller aus der Laserindustrie. Die Kooperation der beiden Unternehmen erstreckt sich auf die Bereiche Vertrieb und Service, Fertigung und Einkauf.

„Nach Ansicht von Experten wird der Markt für Laseranwendungen in den kommenden Jahren um jeweils durchschnittlich 9 Prozent zulegen. Durch die Nutzung des internationalen Sales- und Servicenetzwerkes von technotrans und durch die mögliche Erweiterung des Produktspektrums, die sich aus der Zusammenarbeit ergibt, sollte sich unser Engagement im Lasermarkt mittelfristig deutlich besser als der Markt entwickeln“, sagt Brickenkamp.

Positiv entwickeln sich auch die Aktivitäten, mit denen sich technotrans aus eigener Kraft neue Anwendungsgebiete erschließt. Beispielsweise wurde das Unternehmen mit einem selbst entwickelten Gerät zur Kühlschmiermittelaufbereitung, dem „toolsmart“, Serienlieferant beim Werkzeugmaschinenhersteller Sauer GmbH, einem Unternehmen des Gildemeister-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die ersten Geräte geliefert und spürbare Umsatzanteile werden ab 2012 erwartet.

Ausblick

Unter dem Eindruck des Geschäftsverlaufs in den letzten Monaten des Geschäftsjahres 2011 und der aktuell äußerst ruhigen Lage zum Jahresbeginn geht der Vorstand nur verhalten optimistisch in die Planungen für das neue Geschäftsjahr. Die Nachfrage nach Druckmaschinen war zuletzt rückläufig und die Aktivitäten in den Märkten jenseits der Druckindustrie können diesen Rückgang noch nicht vollständig kompensieren. Ziel ist es daher zunächst, in der technotrans-Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 90 bis 95 Millionen € zu erwirtschaften. „Sollte sich das Konjunkturklima aufhellen, wäre dies ein Anlass, um unsere Planungen zu überprüfen“, sagt Brickenkamp.

„Wir erwarten, dass es uns gelingt, auf dem geplanten Umsatzniveau eine EBIT-Marge von 5 bis 6 Prozent zu erwirtschaften, abhängig davon, ob beim Umsatz eher das obere oder das untere Ende der Spanne erreicht wird“, sagt Dirk Engel, Finanzvorstand der technotrans AG. Das Ergebnis belasten werden 2012 auch wieder die Aufwendungen für die Messe drupa und für die vielfältigen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder jenseits der Druckindustrie.

Der Vorstand geht aus heutiger Sicht davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte 2012 verbessern. Dies, gemeinsam mit den strategischen Optionen, würde die Voraussetzungen dafür schaffen, im Geschäftsjahr 2013 nicht nur den Umsatz auf bis zu 110 Millionen € zu steigern, sondern auch die Profitabilität mit einer Umsatzrendite von bis zu 10 Prozent (EBIT-Marge) weiter zu erhöhen.

Der vollständige Geschäftsbericht 2011 steht im Bereich Investor Relations - Berichte als Download zur Verfügung.